Austauschjahr in Schweden

Austauschjahr in Schweden

Ja, dieser Blog existiert nur durch mein Austauschjahr hier in Schweden.
Oben im Menü findet ihr die Kategorie „Austauchjahr Schweden“, dort findet ihr alle meine einzelnen Blogbeiträge über meine Zeit hier in Schweden.

Hier ein paar Beiträge, die so die Meilensteine meines Austauschjahres beschreiben und auch all die YFU-Seminare waren:

JuBi = Jugendbildungsmesse und meine Bewerbung

YFU = Youth For Understanding = Meine Organisation

VBT = Vorbereitungswochenende

LVW = Landesgruppen-Vorbereitungswochenende

OAO = On Arrival Orientation

PAO = Post Arrival Orientation

MYO = Mid Year Orientation

REO = Re-Entry Orientation

YES = Young Europeans Seminar

NBT = Nachbereitungstagung

Wenn dich das alles noch immer nicht überzeugt hat, gibt es auch noch den Beitrag für Unentschlossene!

Bei Fragen zu meinem Austauschjahr könnt ihr mir auch gerne eine Mail schicken an:
carolin.goebel@icloud.com

Mein Austauschjahr war die bisher beste Entscheidung meines Lebens!
„Don’t be scared to step out of your comfort zone, because this is where the magic happens!“

Hier möchte ich euch auch noch erzählen, wieso ich eigentlich ein Austauschjahr mache, wie das alles funktioniert und wieso ausgerechnet in Schweden! 🙂

Ein Jahr ins Ausland, für viele Jugendliche ein Traum, doch für noch mehr ein Albtraum.
Mit gerade einmal 16 Jahren, ein Jahr lang von Familie, Freunden und dem gewohnten Umfeld getrennt zu sein, hört sich nicht nach dem größten Ziel an, welches man sich in diesem Alter stecken möchte.
Es kostet alle Überwindung diesen Schritt zu gehen, denn alle Beziehungen zu Familien, Freunde und dem Umfeld gehen erstmal ein Stück weit verloren und müssen im Ausland neu aufgebaut werden.
Ein Jahr nicht zu Hause zu leben bedeutet auch ein Jahr ziemlich auf sich alleine gestellt zu sein. Plötzlich muss man vielleicht die Wäsche alleine waschen, muss auch mal essen Kochen und dann auch noch den ganzen Alltag auf einer anderen Sprache regeln.
Klingt alles sehr viel? Das ist es auch!

Wieso also nimmt man all diesen Aufwand auf sich?

Für mich war es keine sehr schwere Entscheidung. Ich hatte noch nie Heimweh zuvor, obwohl ich schon im Alter von 10 Jahren eine Woche mit meinem Schwimmverein in Frankreich war, danach auch auf einwöchiger Skifreizeit mit der Schule und und und.
Für mich war es selbstverständlich dass ich selbstständig bin, es gehört einfach zu einen meiner, vielleicht größten, Charaktereigenschaften.
Als ich dann von der Möglichkeit eines AuslandJAHRES hörte, war ich Feuer und Flamme.
EIN JAHR, das klang nach einer Herausforderung, nach neuen Menschen, Erfahrungen und besonders nach Spaß!
Irgendwie habe ich nie so richtig nachgedacht, was ein Jahr im Ausland für die Heimat bedeutet. Den Abschied von so vielen Menschen, die Veränderung von meinem Umfeld zu Hause und der ganze Aufwand, das alles habe ich als Nebensache gesehen.
Wirklich bewusst wurde mir dies erst nach ein paar Wochen im Ausland, als ich schon länger nichtmehr eine Umarmung von seinem besten Freund, Oma oder Papa bekommen hatte. Dann fehlte es mir plötzlich, zum ersten Mal in meinem Leben.

Hört sich noch immer nicht nach etwas an, was du unbedingt erleben möchtest?

Ja, alles was ich hier bisher beschrieben habe hört sich ziemlich Angst einflößend ein, doch eigentlich ist es wunderschön!
Warum vermisst man etwas? Weil man es mag, es wertschätzt.
Mir fallen plötzlich so viele Kleinigkeiten an Menschen auf, ich nehme mein Umfeld komplett anders war.
Und nicht nur diesen anderen Blickwinkel habe ich durch meine Zeit hier in Schweden bekommen, nein ich habe auch eine neue Sprache gelernt, ein neues Zuhause gefunden, neue Freundschaften geschlossen und gelernt auf mich alleine gestellt zu sein.
Alles ziemlich große Ausdrücke;

Eine neue Sprache gelernt.
Es ist nicht so wie in der Schule, dass ich Vokabeln lerne, Grammatikübungen mache und mir jemand alles erklärt, nein. Ich habe die Sprache im Alltag gelernt, habe es durch den Kontext erschlossen, musste die Sprache beherrschen lernen um im Alltag ein Teil werden zu können. Es ist ein großer Druck der auf einem lastet, aber eine ganz andere Art von Druck als in der Schule. Es ist ein Druck den ich mir selbst aufgebaut habe, den ich aber auch selbst herunterschrauben konnte. Ja, ich mach grammatikalische Fehler, sogar ziemlich viele. Am Anfang hat es mich total geärgert, heute lache ich drüber oder denke auch teils gar nicht mehr daran. Wieso? Ich lebe seit 7 Monaten hier, heißt ich lerne die Sprache seit 7 Monaten. Wer erwartet, dass ich die Sprache perfekt beherrsche nach 7 Monaten? Keiner! Jeder der in einer so kurzen Zeit eine Sprache sich so beibringen kann, dass der Alltag kein Problem mehr darstellt, dass er Bücher lesen kann und auch längere Gespräche ohne Probleme führen kann, der kann verdammt stolz sein! Nach 7 Monaten Sprachunterricht in der Schule, ja da konnte ich so ungefähr mich vorstellen, an Gespräche, Bücher oder einen Alltag auf dieser Sprache zu führen, daran konnte ich da nicht denken!

Ein neues Zuhause finden.
Ja, was bedeutet eigentlich Zuhause?
Für mich bedeutet es ein Ort an dem ich entspannen kann, mich wohlfühlen kann, einen Rückzugsort habe. Doch auch Menschen um mich herum zu haben mit denen ich reden, lachen und auch streiten kann.
Das alles baut auf Vertrauen auf. In jemanden zu vertrauen und Vertrauen zu gewinnen, das braucht Zeit. Einmal Zeit die man anwenden muss, die man sich füreinander nehmen muss, doch auch eine Zeitspanne, in der man beobachten und prüfen kann.
In eine neue Familie reinzukommen, sich zu integrieren und ein Teil von ihr zu werden braucht Zeit und Geduld. Es ist nicht immer einfach, aber all das ist es Wert.
Denn es fühlt sich einfach wundervoll an angekommen zu sein!

Neue Freundschaften schließen.
Fast jeder kennt die Situation; man kommt neu in eine Gruppe rein und muss sich jetzt etablieren. Es ist nicht immer einfach sich in eine neue Klasse hineinzufinden, neue Menschen anzusprechen und auch mehr als nur Smalltalk oder einen kurzen Austausch über den Unterrichtsstoff des Tages zu führen. Und dann auch noch alles auf einer neuen, am Anfang sehr fremden Sprache. Hört sich nicht nach einer Erfahrung an die man machen möchte? Naja, es hört sich schlimmer an als es ist meiner Meinung nach. Es hat mich Überwindung gekostet jemanden anzusprechen, doch das Resultat motiviert jedes mal aufs neue nochmal jemanden anzusprechen. Plötzlich ist das Kaffee trinken gehen nach der Schule mit einer Freundin etwas ganz besonderes und kein Alltag mehr. Auch hier lernt man wieder zu schätzen.
Es ist einfach unbeschreiblich schön eine überraschende Umarmung mitten ma Tag zu bekommen, einfach so, von einem Klassenkamerad, einfach weil er dich gerade umarmen wollte. Ja, es fühlt sich schon an neue Freunde gefunden zu haben!

Ich habe gelernt auf mich selbst gestellt zu sein.
Jeder der mich kennt wird jetzt verwirrt auf den Bildschirm schauen, denn auch schon vor meinem Jahr war ich ein sehr selbstständiger Mensch.
Doch im Austauschjahr konnte sogar ich noch einiges Neues dazu lernen!
Wäsche waschen zum Beispiel. Ich wusste wie es funktioniert und habe es gegebenenfalls (eigentlich nur im Notfall, wenn ich unbedingt etwas gewaschen haben wollte) auch mal zu Hause gemacht. Hier bin ich für meine Wäsche selbst verantwortlich, kein anderer wäscht hier meine Wäsche. Es ist einfach etwas anderes hier selbstständig zu sein, denn ich weiß, dass ich alleine dafür gerade stehen muss. Wenn ich zu Hause einen Fehler gemacht habe, mich ein wenig verzettelt habe konnte ich zu meinen Eltern gehen und mir wurde aus der Patsche geholfen, während ich hier alleine heraus finden muss.
Es ist einfach einen Teil den ich so eine gelernt hätte und wenn dann erst sehr spät, nämlich dann wenn ich ausgezogen werde.
Es sind Erfahrungen und Wissen das nicht Ersetzbar ist!

Solangsam hört es sich schon besser an, oder?
Dann kommt jetzt der nächste, positive Fakt: Die Länderwahl!

Bei meiner Organisation YFU (Youth For Understanding) gibt es über 40 Länder zu wählen in die man reisen kann. Für mich war es wichtig, dass ich in Europa bleibe, da ich nach meinem Jahr hier weiterhin die bezahlbare Möglichkeit haben möchte, mein zweites Zuhause besuchen zu können. Außerdem sind die Programmpreise niedriger und die Stipendienmöglichkeiten höher.
Schweden ist es für mich geworden, da meine Familie ein Ferienhaus in Südschweden hat und ich schon mehrmals, zuletzt im Sommer 2014 dort war. In diesem Sommer habe ich mich auch für ein Austauschjahr entschieden, wusste allerdings noch nicht in welches Land es gehen sollte. Als ich dann Schweden entdeckt hatte musste ich sofort and die schöne Zeit dort zurück denken und so war es für mich klar: Ich möchte nach Schweden! Schweden, das Land der Zimtschnecken, blonden Kinder, Astrid Lindgren und IKEA. Ich kannte bisher nur einen Teil von Südschweden, genauer gesagt Småland. Doch jetzt wohnte ich ganz oben, in Norrbotten, in der Stadt Boden.
Habt ihr schon einmal Nordlichter gesehen? Ich kann mich jetzt zu den Glücklichen zählen, die dieses Naturspektakel schon erlebt haben. Den Polarkreis überquert, ja das habe ich auch schon mehrere Male in den Monaten gemacht in denen ich hier war.
Das alles habe ich mir vorher ich zu träumen gewagt und heute ist es Wahrheit.
Einfach unbeschreiblich schön!

Das alles hört sich richtig toll an, oder?
Dann kommt jetzt noch eines der wichtigsten Teile, wenn auch du ein Austauschjahr machen möchtest: Die Organisation!

Ich bin hier, wie oben schon erwähnt, mit YFU (Youth For Understanding) hier.
YFU ist eine gemeinnützige Organisation, heißt dass die meisten Mitarbeiter ehrenamtlich dabei sind und auch die Gastfamilien und Betreuer kein Geld dafür bekommen. Für mich war dies sehr wichtig, da ich denke wenn man soviel Zeit und Aufwand in ein Ehrenamt steckt, dann nur wenn man mit vollem Herzblut dabei ist. Genau dieses Herzblut möchte ich bei Gastfamilien, Betreuern und Teamer erkennen können und das habe ich auch!
Außerdem gibt es bei YFU eine einwöchige Vorbereitung, während dem Jahr wird man von YFU im Heimat- sowie im Gastland gut betreut und es gibt auch nach dem Jahr noch eine Nachbereitung, sowie die Möglichkeit sich ehrenamtlich zu engagieren.
Für mich war es wichtig auch nach dem Jahr noch eine Möglichkeit zu haben mit dem Kulturaustausch, für den YFU steht, in Verbindung zu sein und dies ist durch ein Ehrenamt möglich.

Naja, mehr kann ich euch dann eigentlich auch nicht mehr über ein Austauschjahr erzählen. Wenn ihr mehr Informationen haben wollt, könnt ihr gerne auf der Website von YFU vorbei schauen, oder eben meinen wöchentlichen Blog lesen, indem ich von meinem Austauschjahr berichte (den findet ihr oben in der Menüleiste 🙂

Wir sehen uns!

Hej då
Caro ❤

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