Menschlichkeit

2014 – 3.300
2015 – 4.000
2016 – 5.100
2017 – 3.200
2018 – 2.300
2019 – 1.300
2020 –  bis heute 69

Seit 2014 ist jede 11. Person bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen.
Und das sind nur die offiziell als vermisst Gemeldeten und Gefundenen.
Die Dunkelziffern sind um einiges höher.
Und wir sind hier.
Ich habe diesen Text geschrieben um die Welt ein Stück zu verändern.
Man könnte denke ich sei ein kleines Mädchen, mit verklärtem Weltbild.
Doch am Ende habe ich eine Freundin, die auf der Sea-Watch war, die Menschen selbst gerettet hat und die davon berichtet.
Und das was sie berichtet, diese Gefühle, habe ich probiert in diesem Text einzufangen.

Dieser Text ist für alle Menschen, die sich gerade auf dem Mittelmeer befinden, alle Menschen die fliehen und die auf ein neues Zuhause hoffen, für alle die sich einsam fühlen und Hilfe suchen.

 

Tag ein, Tag aus
Geh‘ ich hier raus
Durch diese Tür
Aus diesem Haus.

Das Haus,
dass sich Zuhause nennt,
das Haus, dass mich schon ewig kennt,
meine Heimat.

Ich wohne hier in Deutschland,
ganz ohne großen Aufwand.
Für mich ist dieses Land grenzenlos,
doch für andere gehen die Probleme erst an den Grenzen los.

Entstanden sind Grenzen nach den Kriegen,
die Idee dahinter war Frieden.
Doch was sie heute bedeuten,
dafür sind wir alle Zeugen.

In meiner Wahrnehmung ist es ein Band,
für andere ist eine Wand
und für wieder andere ist es der Sand
des Mittelmeers.

Diese Menschen probieren zu überleben,
so sehr, dass sie sich auf diesen Weg begeben,
und all ihre Hoffnung in fremde Hände legen,
nur für die Chance auf ein Leben.

Denn das war sie davor hatte,
das kann man nicht mehr Leben nennen.
Und so ist es verwunderlich, was sich Politiker gestatten,
nämlich urteilen, ohne alle Hintergründe zu kennen.

Stell‘ dir vor, der Krieg wäre hier,
bei deiner Familie, deinen Freunden und dir.
Was dann?
Wie würdest zu reagieren?

Ich?
Ich würde rennen, schwimmen, alles was ich kann,
meinen Körper bis ans Ende strapazieren,
nur um dann, irgendwann,
in Frieden leben zu können.

Und ich weiß, du würdest dasselbe tun,
denn es nennt sich Menschlicher Verstand:
Kämpfen oder Fliehen
Und am Ende stehst du am Rand
Deines menschlichen Verstands,
denn du hast erkennt,
die Heimat die ihr mal hattet,
gibt es nicht mehr in eurem Land
und so bist du überschattet
von all diesen Problemen und Aufwand
beim Start in ein neues Leben im Ausland.

Obwohl wir alle den gleichen Instinkten folgen,
jede und jeder hier vor dem Tod wegrennen wollte,
so sind unsere Nachrichten heute überzogen,
von Nachrichten, die keine Nachrichten sein sollten

Es scheint ein Tabu,
und doch ist es bald jeder, der darüber sprach.
Jetzt macht mal eure Augen zu
Und denkt darüber nach:

Wie wird mit Flüchtlingen umgegangen?

Wie gehe ich mit Geflüchteten um?

Wenn deine Antwort nicht helfend ist,
und meiner Meinung nach ist es das nicht,
dann wird es in jeder Hinsicht,
Zeit etwas zu ändern an dieser Aussicht.

Denn sind wir ehrlich,
Geflüchtete sind bei uns nicht wirklich willkommen
Und überall höre ich Stimmen die sagen:
„Wie Viele wollen denn noch kommen?
Dabei sollten wir und viel eher fragen:
„Wie Viele sollen denn noch ums Leben kommen,
bis jemand anfängt Verantwortung zu tragen?“

Ja, heute sind wir dran unsere Arme zu öffnen,
doch warum denn auch darauf verzichten?
Irgendwann, und das gab es schon öfters,
sind wir die, die flüchten.
So wie wir uns aktuell verhalten,
brauchen wir uns nicht wundern,
wenn Andere dann daran festhalten
wenn wir verwunden
und uns zurück lassen, ganz unten.

Es gibt hundert weitere Gründe,
warum unser Handeln sich ändern muss.
Für manche ist das aktuelle Handeln Sünde,
für andere Verdruss.
Doch der größte und wichtigste Grund ist:

Menschlichkeit.

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