Beschäftigung #Quarantäne

Hej ❤

Ja, aktuell gibt es unendlich viel Langeweile, die es zu bewältigen gibt.
Doch gleichzeitig gibt es auch viel Angst, viel Panik, viel Einsamkeit, viel Hilflosigkeit.
Ich möchte dir hier zeigen, was mir hilft, was ich mache und was ich ausprobiert habe.
Das ist niemals als „Muss“, als Zwang oder als Musterlösung zu verstehen.
Es sind Angebote, die du ausprobieren kannst oder eben auch sein lassen kannst.
Ich hoffe du kannst eine Sache für dich finden, die dir hilft die Zeit aktuell besser zu überstehen.

Struktur schaffen
Das gilt für mich auch schon im herkömmlichen Alltag insofern, dass ich mich besser konzentrieren kann, wenn ich einen Plan vor mir habe.
Wie detailliert er sein sollte, musst du für dich selbst herausfinden.
Ich setze mich abends hin und überlege mir, was ich am nächsten Tag machen möchte.

19.03.2020 (Donnerstag)
□ Blogpost: Quarantäne #flattenthecurve
□ Blogpost: Beschäftigung #Quarantäne
□ 14.00 Uhr Telefonat mit Tarik
□ Zimmer aufräumen
□ Thema & Gliederung für Hausarbeit 1 finden
□ vielleicht Einleitung für Hausarbeit 1 formulieren

Mehr Struktur als das brauche ich für mich nicht, im Gegenteil, mehr Struktur lähmt mich dann auch schon wieder. Ich teile mir ganz bewusst nicht ein, wann ich was am Tag erledigen möchte, nicht nach Uhrzeit, nicht nach Vor- oder Nachmittag. Das hat auch was damit zu tun, das ich mir keinen Wecker stelle. Ich habe mein Zimmer nicht ganz verdunkelt, von daher wache ich immer zwischen 9 Uhr und 10 Uhr auf und das ist für mich vollkommen ausreichend früh. Ich weiß für mich, dass ich sowieso eher nachmittags und abends produktiv bin, wieso sollte ich mich dann auch noch morgens aus dem Bett klingeln lassen? Genau deshalb ergibt es für mich keinen Sinn, es aufzuteilen, da ich nie genau weiß, wann ich denn jetzt anfangen werde. Außerdem schaffe ich mir durch diese Struktur auch genügend Pausen, ganz von alleine. Ich mag es nicht meinen Arbeitsfluss zu unterbrechen, weil mir irgendeine 25-5-Methode erzählt, dass es am produktivsten sei, wenn ich 25 Minuten arbeite und dann 5 Minuten Pause mache. Ich arbeite gut und gerne auch mal 2 Stunden am Stück an der Nachbereitung einer Vorlesung, lege es dann ab und bin fertig. Danach mache ich dann eben länger Pause.
Auch hier: Das ist meine persönliche Arbeitsweise. Ich kenne viele, die mit der 25-5-Methode super zurecht kommen, das möchte ich auch gar nicht abwerten. Ich sage hier nur, dass sie für mich nichts ist.

Struktur schaffe ich mir selbst also nur begrenzt, aber genau in der Art und Form, dass sich mich antreibt, motiviert und klar denken lässt. Das ist das was zählt.
Eine so genaue Vorstellung des eigenen Struktur-Bedürfnis benötigt viel Ausprobieren und viel Reflektion.

  • Wann kannst du dich am besten konzentrieren? Wann arbeitest du am liebsten? Wann bist du wirklich produktiv?
    Probier‘ es aus! Morgens direkt nach dem Frühstück? Doch eher gegen Mittag? Nachmittags oder doch abends? Schaue dir dazu auch mal an, wann du ins Bett gehst, wie lange du dann schläfst und wann du aufstehst. Bist du dann ausgeruht? Brauchst du vielleicht mehr schlaf? Oder stresst dich, so wie mich, einfach nur der Wecker?
  • Mache ich mir meine Übersicht abends, um dann ruhig schlafen zu können, weil ich weiß, dass ich das wichtigste schonmal notiert habe? Oder kann ich auch so beruhigt schlafen und mache mir morgens beim Kaffee eine Übersicht über den Tag? Wie genau soll die dann aussehen? Kann ich einschätzen, wie lange/wie viel Zeit ich für einzelne Punkte brauche? Möchte ich mir die Pausen aktiv reinschreiben oder denke ich so daran/ergeben sie sich aus meiner Sttuktur?
  • Wie arbeite ich eigentlich gut und gerne? Mit Musik, dann die Lieblingslieder zum Mitsummen und -singen oder doch eher instrumental, da dann Techno oder Klassische Klaviermelodien? Rein am Laptop oder auch mit handschriftlichen Notizen? Trinke ich währenddessen, oder nur in den Pausen? Bekomme ich natürliches Licht an meinen Arbeitsplatz? Brauche ich das?
  • Balance in den Aufgaben: Es wird immer Aufgaben geben, die du ungerne machst. Manche Menschen schwören darauf, diese zuerst zu machen, dann hast du sie hinter dir. Ich mache es meist abwechselnd: Den Blogbeitrag schreiben, den ich gerne schreibe, dann den Anruf den ich überhaupt nicht mag. Dann ein paar Mails beantworten und danach Buchhaltung. Wieder andere schieben alles blöde nach hinten, um danach dann einfach fertig zu sein. Auch da musst du einfach ausprobieren, was für dich am angenehmsten ist.

Schau einfach, was für dich gut passt, probiere alles aus und notiere dir auch mal, wie du was findest. Ich kam mir am Anfang auch total bescheuert dabei vor aufzuschreiben, wie ich es jetzt fand, dass ich vormittags so viele Aufgaben hatte, dann aber den Nachmittag frei, aber das legt sich und am Ende helfen dir halt genau diese Notizen.

Bleib in Kontakt mit Freunden und Familie
Wir leben im 21. Jahrhundert. Noch nie zuvor war es so einfach Menschen anzurufen, eine Nachricht zu tippen, eine Sprachnachricht aufzunehmen, zu skypen/facetimen, sich eben zu sehen auf Distanz. Jeder Mensch mit Fernbeziehung muss jetzt wahrscheinlich schon schmunzeln, wenn Leute posten, wie gut es tun kann zu telefonieren.
Auch ich kenne es aus meinem Tourleben, aus meinem überregionalem Ehrenamt, aus meiner Familie heraus, dass vieles über das Telefon passiert. Freundschaft, füreinander Dasein, sich sehen, das geht auch alles sehr gut mithilfe des Internets. Natürlich ist so eine physische Umarmung oft viel schöner, doch so ein dreistündiges Telefonat hat wirklich auch seine Anreize!

Hier die Pro-Tipps für die sozialen Kontakte auf der Ferne:
- Kopfhörer: Die Akustik ist für euch beide so viel besser, du selbst wirst 
  weder schnell abgelenkt, noch wird dein Arm taub vom Handy-ans-Ohr-halten.
- FaceTime/Skype nutzen: Es macht einen riesigen Unterschied nicht nur 
  die Stimme zu hören, sondern auch das Gesicht mit Mimik zu sehen
- Vorbereitung: Macht eine Zeit aus, zu der ihr euch anruft. 
  Dann kannst du davor noch auf Toilette, dir noch einen Kaffee oder Tee 
  machen und ihr könnt ganz entspannt ins Gespräch starten.

Denkt aneinander, ruft euch an, schickt euch schöne Postkarten (falls ihr noch welche Zuhause habt) und genießt euren Kaffee eben über Skype zusammen.

Einfach mal konsumieren & genießen
Es gibt eine Nexflix-Serie, die ihr schon ewig auf eurer Liste stehen habt?
Bücher im Regal, die ihr noch nicht gelesen habt?
Dieses Mandalabuch, dass ihr zum Geburtstag bekommen habt?
Ja, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr das endlich machen könnt!
Ich für meinen Teil habe 3 Bücher vor mir, die ich euch auch noch hier vorstellen werde, sobald ich sie gelesen habe.
Auf Netflix hat es mir die Serie „Elité“ angetan & auf Amazon Prime „The Good Doctor“.
Im herkömmlichen Alltag schäme ich mich manchmal regelrecht dafür, wenn ich einfach mal einen halben Tag nur lese oder Filme/Serien schaue. Selbst da ist es schon blöd, dass ich mir diese Pause nicht gönne. Doch gerade jetzt ist es noch wichtiger, dass wir uns nicht überfordern und gleichzeitig aber nicht in der Leere versinken.

Frühjahrsputz
Die Wohnung entstauben, Fenster putzen, Regale und Schränke aussortieren, die Vorräte mal durchschauen (ich habe 6 Packungen Nudeln gefunden, ohne dass ich jemals gehamstert habe), Dekoration erneuern, Bettwäsche wechseln, Wäschekörbe mal leeren, Schränke mal von innen putzen. Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, was alles geputzt und sortiert werden kann. Ich bin mir sicher, auch du findest diese eine Ecke bei dir, die es dringend nötig hat.

Neues ausprobieren
Ich habe mir die Zeitschrift „Flow“ und werde mit dem Papier und Zitaten daraus basteln. Ich möchte mir in mein Scrap-Book ein paar Collagen setzen, aber vielleicht auch ein Poster für mein Zimmer gestalten.
Außerdem steht seit mittlerweile über einem Jahr Wolle und Stricknadeln in meinem Schrank. Auch das möchte ich in den nächsten Wochen in Angriff nehmen (auch wenn die Saison für die großen Wollschals mittlerweile rum ist).
Dank Pinterest und Instagram ist es mittlerweile keine schwere Aufgabe mehr, sich Inspiration für neue Projekte zu holen, sei es im Haushalt, im kreativen Bereich oder sportliche Entwicklung. Klickt euch einfach mal durch und schaut, worauf ihr Lust habt.

Das machen, was mir gut tut
Bitte verlier‘ dein Wohlergehen nicht durch diese Phase aus den Augen.
Das alles hier ist nur ein Angebot!
Ich für meinen Teil habe den Wecker abgeschafft. Den brauche ich nun wirklich nicht. Meditation ist für mich abends das richtige um herunterzukommen, während ich das morgens überhaupt nicht kann.
Ich mache super gerne ein paar Dehnübungen, doch Yoga würde ich das nicht nennen 😀
Als Bewegung gehe ich zwischendurch mal spazieren, in den Wald, alleine, mit einem Podcast auf den Ohren.
Ich esse genug Obst und Gemüse um meinen Vitaminhaushalt nicht umzuwerfen. Also nur weil Menschen Pasta hamstern, brauche ich mich davon nicht umstimmen zu lassen.
Du kennst bestimmt auch ein paar Dinge, die dir persönlich Halt & Sicherheit spenden, die dich runterkommen lassen & dir gut durch den Tag helfen. Vergiss die nicht.

Wir müssen aktuell auf keinen Fall nur produktiv sein. Wir müssen gar nicht produktiv sein. Es kann sicherlich helfen, Aufgaben zu haben. Genauso gut kannst du jetzt aber auch Heim-Urlaub machen und nur entspannen. Alles ist okay.

Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick geben, was du jetzt so machen kannst, damit es dir auch in dieser Zeit gut geht.

Bleib drin, bleib gesund und munter.
Bis morgen!
Carri

 

 

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