Andere Welten

Draußen ist der Himmel voller grauer Wolken, der Regen prasselt gegen die Fensterscheibe. Innen steht eine kleine Lampe auf der Fensterbank, daneben eine Duftkerze, die den Raum nach einer Mischung aus Wald und Kitsch durften lässt. Im Hintergrund läuft irgendeine von Spotify vorgeschlagene Instrumental-Playlist, auf dem Beistelltisch steht eine Tasse Tee, der schon wieder kalt ist weil Du ihn vergessen hast. Deine Füße sind ein Knoten mit der Decke, die Beine aufgestellt, dein Rücken und Kopf lehnen gegen die Kissen an der Wand, die dein Bett zu etwas sofaähnlichen machen. Das Buch lehnt gegen deine Knie, deine Augen verfolgen die Buchstaben auf den Seiten nur so.

Der Zug ist voll. In einem Viersitzer sitzt ein Junge, der noch hektisch Hausaufgaben macht. Daneben ein jüngeres Mädchen. Sie sehen sich ein bisschen ähnlich, vielleicht ist es seine kleine Schwester. Gegenüber sitzt eine Frau in orangenem Blazer und ließt Zeitung. Auf dem Fensterplatz neben ihr sitzt eine Person mit blauen Haaren, großen Kopfhörern und schaut aus dem Fenster. Du sitzt in dem Viersitzer auf der anderen Seite mit 3 Personen, die offensichtlich auch alle in die nächste Stadt wollen um dort zu arbeiten oder zu studieren. Du hast auch Kopfhörer auf und schaust auf deinen Handybildschirm der waagrecht gedreht ist. Und während Du der Serie folgst, kannst du kurz vergessen, wie viele Menschen um dich herum sind und dass es eigentlich viel zu früh am Morgen ist, besonders dafür, dass Du noch keinen Kaffee hattest.

Das blau-grün-gemusterte Handtuch ist auf der Wiese ausgebreitet, der Rucksack war eben noch dein Kopfkissen, jetzt dient es als Stütze unter deinem Kinn. Du liegst auf dem Bauch, deine Unterarme auf dem Handtuch, vorne zwischen den Händen das Buch. Du rennst gerade zu den Buchstaben auf den Seiten hinterher, während die Sonne auf deinen Rücken strahlt.

Manchmal braucht es andere Welten.
Da in der eigenen Welt zu wenig oder zu viel passiert.

Meine Leidenschaft zum Schreiben hat wohl drei Ursprünge. Der erste, nämlich dass ich gerne rede und das, was ich eben auch sonst so erzähle gerne festhalte, ist weder ein Geheimnis noch eine große Überraschung. Deshalb soll es hier auch um Grund No2 und No3 gehen: Meine Liebe zu Büchern sowie zu Filmen und Serien. Ohne all die Seiten, all die Wörter, all die Szenen und Bilder in meinem Kopf, auf Leinwänden und Bildschirmen, gäbe es diese Leidenschaft ziemlich sicher nicht. Kein Wunder also, dass ich neben meinem riesigen Bücherregal in meinem WG-Zimmer und Abonnements bei sämtlichen Streaming-Diensten nun auch hier einen besonderen Platz für diesen Teil meines Lebens schaffen möchte.

Um gleich eins aus der Welt zu schaffen: Ich werde hier keine Sterne, keine Noten oder etwaige Bewertungen abgeben. Denn so einfach ist es für mich schlichtweg nicht. Ich kann nicht quantifizieren, was ich für ein Buch, einen Film oder eine Serie fühle. Stattdessen möchte ich hier einen Einblick in genau diese Gefühle geben. Es wird kleine Zusammenfassungen, kleine Vorstellungen der Personen geben, die ein oder andere Lobeshymne und auch Wutausbruch. Ich werde mein bestes geben nicht zu spoilern, aber ganz ohne Einblick geht es dann ja aber auch nicht.