#Austauschschüler-TAG

Ich sitze gerade auf Konfirmantenfreizeit und ja. Wir haben gerade Freizeit und die Kids sitzen alle zusammen und erzählen, von daher kann ich mich jetzt mal zurück ziehen. Deshalb setze ich mich jetzt mal ein mein Tablet und werde für euch den Austauschschüler-TAG machen 🙂 Also viel Spaß beim lesen

Austauschschüler-TAG

1) Wie heiße ich? 

Carolin Göbel aber Caro reicht vollkommen 🙂


2) Wie alt bin ich? 

15 derzeit, werde am 26.März dann auch 16, also noch ein paar Monate vor meiner Abreise


3) Wo komme ich her? 

Kaiserslautern. Liegt im Süden von Rheinland-Pfalz und somit komplett in der Pfalz! 😀


4) Wo will ich hin?

SCHWEDEN!!!!!!


5) Mit welcher Organisation fahre ich? 

YFU, bedeuten Youth For Understanding und ja in Schweden werde ich von YFU-SE betreut, also der schwedische Teil der Organisation.


6)Warum ausgerechnet Schweden? 

Alsoooo. Schweden ist einfach mein Land! Ich kann das nicht wirklich beschreiben aber ja, es passt einfach alles zusammen! Das Land ist groß, es gibt nur wenige Menschen auf einem Fleck und viel Natur. Klingt für ein Mädchen, das später mal in einer Metropole leben möchte eher ungeeignet. Aber genau darin liegt dann das richtige wiederum. Weil es eigentlich so unpassend ist passt es. Ich liebe das Land, die Landschaft, die Menschne und ihe Mentalität und ich liebe Blaubeeren!!! Schweden und ich passen einfach zusammen auch wenn man das auf den ersten Blick nicht denken würde.


7) Wie lange werde ich weg sein? 

Ich werde ein ganzes Schuljahr dort verbringen, also 10 Monate ungefähr 🙂


8)Wann fliege ich los? 

Im Sommer 2015, warscheinlich im August


9) Habe ich schon eine Gastfamilie? 

Nöö


10) Warum mache ich ein Auslandsjahr?

Mh ja gute Frage. Wieso mache ich den ganzen Scheiß eigentlich?? Also warscheinlich weil es eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben wird. Weil ich mir beweisen möchte, das ich alleine und auf mich gestellt in einem fremden Land mit einer fremden Sprache mich zurecht finden kann. Weil ich eine zweite Familie finden möchte. Weil ich nicht nur Zuhause mit einem Ort definieren möchte, sondern mit Personen. Weil ich eine neue Sprache lernen möchte und ein Land kennenlernen möchte, in das nicht jeder einfach mal so für ein Jahr geht. Weil ich mal mein eigenes Ding durchziehen möchte. Weil ich einfach mal ich sein möchte und ich glaube das in Schweden genau der richtige Platz auf mich wartet.


11) Wie bin ich auf die Idee gekommen? 

In der Schule gab es Kataloge von Organisationen und natürlich wollte ich in die USA. Doch als ich entdeckte, das auch Schweden möglich ist, war es entschieden. Das Jahr drauf, also jetzt, habe ich mich dann wirklich beworben und ja. Jetzt stehe ich hier und werde nächstes Jahr mein Auslandsjahr machen.


12) Was erhoffe ich mir von dem Auslandsjahr? 

Ich möchte selbstständiger werden und mich selbst finden. Außerdem möchte ich eine zweite Heimat finden. Eigentlich genau die gleichen Punkte wie bie 10)


13) Wie löse ich das Problem mit dem Gepäck? 

KEINE AHNUNG VERDAMMT!!!! Ich darf um die 23kg warscheinlich mitnehmen… Hallo?!?! Das sind gerade mal meine Schuhe und meine Schals und wenn ich glück habe noch eine Winterjacke. Und meine Kleidung?! Nein also im Ernst: Ich werde im Koffer die Kleidung haben und eine Auswahl an Schuhen und Schals und ja. Den Rest den ich dann noch brauche werden mir meine Eltern mit der Post in Paketen schicken. Und genauso wird es dann bei der Rückreise auch sein. Meine Wintersachen kann ich dann schon mal schicken weil dann ja nur noch Frühlung und Sommer kommt und ja… Aber wirklich viele Gedanken habe ich mir da auch noch nicht drum gemacht.


So das war also mein TAG. Ich hoffe ihr hattet ein schönes Halloween, habt fleißig Süßigkeiten gesammlt oder habt euch wenigstens schön geschminkt. Ich war auch geschminkt und bin zusammen mit den Konfirmanten durch die Straßen gelaufen. Und als was ich geschminkt war könnt ihr euch einfach mal unten auf dem Bild angucken.

(Ich habe mich an den geschminkten Masken aus dem Musikvideo zu ¨Prayer in C¨ orientiert.)

Ich wünsche euch eine gute Nacht :**

Hej då!
Caro ❤

Mein Ordner

Hej meine Lieben ❤

Ich habe jetzt einen Ordner.

Ja jetzt denkt ihr euch natürlich. ¨Woooow. *Augenrollen* Sie hat einen Ordner. Und weiter?¨

Aber dieser Ordner wird mich mindestens die nächsten 2 Jahre begleiten, wenn nicht sogar noch länger.

Ich hatte mir schon bei meinen Bewerbungen einen Ordner angelegt mit allen Orgas, alle Kataloge von der JuBi, alle Unterlage in Kopie etc. angelegt.

So schön so gut. In diesem Ordner waren auch meine ganzen Zeugnisse, Zertifikate von Praktikum usw.

Doch jetzt mit meinem Vertrag von YFU habe ich mir einen Ordner angelegt, der nur für YFU bestimmt ist!

Von außen ist er komplett voll mit Blaubeeren bedruckt, was mich immer an Schweden erinnert, weil ich dort meine Liebe zu Blaubeeren entdeckt habe und ja.

Bisher befindet sich in diesem Ordner:

– Katalog

– Kopie der Bewerbungsunterlagen

– alles Rund um die Stipendien

– Einladung zum AWG

– Rückmeldung vom AWG // Zusage

– Kopie des Vertrags

– Students Police // Vorschrift für Austauschschüler

– Angebot meiner Krankenkasse zur Versicherung in Schweden

Die Tage werden noch ein Paar Dinge dazu kommen, wie zum Beispiel die Kopie meines Antrages meines Reisepasses, einen kleinen Bericht und Bilder von Nürnberg-Treffen mit anderen ATJ-lern. Dann irgendwann die Einladung zum VBT und die damit verbundenen Unterlagen….

Am Ende möchte ich dort wirklich alles drin haben und mir auch eine Art Erinnerungsalbum daraus gestalten. Deshalb werden dort auch Zugtickets, Boardingpass, Bilder von Treffen mit anderen ATJ-lern etc. ihren Platz finden.

Ich bin für heute erst einmal K.O. Ich renoviere derzeit mein Zimmer. Es wird die Tage noch neu gestrichen von mir höchst persönlich und ja. Es soll so eine Art Hüttenzimmer werden. Ja es wird so ein wenig Weihnachts- und Winterlich, da ich eigentlich schon die letzten 2 Jahre Dauerweihnachten in meinem Zimmer habe, mit kleinen Weihnachtsbaumkugeln und Sternen als Dekoration. Ich mag es wenn das Zimmer dieses Kuschelige ausstrahlt. Aber ich komme gerade total vom Thema ab.

Ich werde euch heute Abend noch ein paar Blogs von deren ATJ-lern verlinken. Besonders den von Vera.

Vera ist 15 Jahre alt und ja. Ich habe sie über eine Facebook-Gruppe kennengelernt und bin so überglücklich sie gefunden zu haben.

Sie wird nächstes Jahr auch mit YFU nach Schweden gehen und hatte zuvor so ähnliche Probleme mit DFSR wie ich. Sie ist einfach wie eine Verbündete geworden und ich freue mich total darauf, sie bei unserem Nürnberg-Treffen kennenzulernen.

Und dann gibt es noch einen Blog der von einer Person geschrieben wird, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, nämlich Johanna.

Ohne Johanna hätte ich die letzten 3 Monate nicht überlebt. Sie wird nächstes Jahr in die USA fliegen für ein Jahr und was soll ich sagen außer ein riesengroßes Danke an sie!

Ich habe mich bei 3 Organisationen beworben und habe keine Absage bekommen, nur bei der 3. gab es bisher nur das Angebot eines AWGs, aber das habe ich dann schon abgelehnt, da ich ja schon 2 Verträge habe. Johanna hatte das schon vorausgesehen und mich für verrückt erklärt, weil ich mich nicht nur bei einer Orga beworben habe. Generell ist sie immer an meiner Seite gewesen was die ganze Planung angeht. Wir sind zusammen nach Köln auf die JuBi gefahren, haben uns gegenseitig Mut zugesprochen etc. Ohne sie wäre es vielleicht ganz anders gelaufen zum Teil. DANKE HANNA!!

So Leute, das war mein Beitrag für heute,

Ich wünsche euch eine gute Nacht und ach ja, am Rande: Ich habe heute bei DFSR und Experiment e.V. abgesagt und ich muss sagen, ich musste die ganze Zeit grinsen, weil mir klar geworden ist, das ich meinen Traumvertrag habe und ich nächstes Jahr fliege. Ahh!!

Hej då!
Caro

JuBi – Bewerbung – Verträge

Hej meine Lieben ❤

Ich möchte euch hier ein wenig erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass ich mit YFU (Youth For Understanding) ins Ausland gegangen bin.
Meine ersten Informationen holte ich mir in der Schule. Wir haben dort einen Aussteller mit zahlreichen Katalogen verschiedenster Organisationen, meist aber nur kommerziellen Organisationen, die mir zu teuer waren und die auch nicht die Länder angeboten haben, für die ich mich interessiert habe.
Meine zweite Anlaufstelle war selbstverständlich das Internet, und so fand ich dann auch die 3 gemeinnützigen Organisationen, bei denen ich mich beworben wollte.

Am Ende standen auf meiner Liste 4 Organisationen:
– YFU, Youth For Understanding e.V.
– AFS, American Field Service e.V.
– Experiment e.V.
– DFSR, Dr. Frank Sprach & Reisen

Die ersten 3 Organisationen sind gemeinnützige Vereine (e.V.), das heißt das sie einerseits durch die Programme keinen Profit machen, also sich nicht selbst daran bereichern in Geldform, sondern die Preise eben realistisch sind und nur die Kosten decken, die für mich entstehen. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass die meiste Arbeit durch Ehrenamtliche getragen wird, also Menschen die das gerne machen, freiwillig und unbezahlt. Für mich ist das ein noch viel größerer Qualitätsfaktor. Denn wenn Menschen etwas aus Überzeugung machen, dann muss die Erfahrung vorher im Austauschjahr gut gewesen sein, sonst wäre für so ein Ehrenamt keine Motivation da.
Und doch habe ich mich eben auch bei DFSR beworben, weil sie durch ihre Geschichte und ihren Aufbau überzeugten.

Ich füllte also bei allen 4 Organisationen die Bewerbungsunterlagen aus, welche bei allen online waren, bis auf bei Experiment. In der Zwischenzeit hatte eine Freundin von mir sich überlegt, auch gerne ein Austauschjahr machen zu wollen. Zusammen sind wir dann noch auf die JuBi, die Jugendbildungsmesse gefahren.

Die JugendBildungsmesse JuBi - erstmalig im Jahre 2003 veranstaltet - ist eine der bundesweit größten Spezial-Messen zum Thema Bildung im Ausland. Über 80 Austauschorganisationen, Veranstalter und Agenturen aus dem gesamten Bundesgebiet informieren auf der JuBi-Tour über alle Facetten von Auslandsaufenthalten und stellen ihre Programme und Stipendienangebote vor, u.a. die WELTBÜRGER-Stipendien, Sprachreisen, Au-Pair, Work & Travel, Freiwilligendienste sowie Praktika im Ausland erfolgt persönlich an den Ständen der Aussteller durch Bildungsexperten und ehemalige Programmteilnehmende.

[ Quelle:  http://www.weltweiser.de/jugendbildungsmessen/koeln-schueleraustausch-nordrhein-westfalen.htm ]

Wir waren zusammen auf der JuBi in Köln, in der Königin-Luise-Schule. Wir waren schon sehr früh morgens da, ungefähr eine Stunde nachdem die Messe eröffnet hatte und was soll ich sagen? Es war richtig VOLL! Überall waren aufgeregte Jugendliche, skeptische Eltern und von überall sah man strahlende Gesichter der Vertretenden und freudiges Gerede. Was mir zuerst auffiel: Bei manchen Organisationen bekommt man Merch, also Geschenke. Sei es eine Tasche, ein Kugelschreiber oder Stofftiere. Viele anwesende Jugendliche fanden das toll, mich hat das eher abgeschreckt. Es erinnerte mich an All-Inclusive-Urlaube mit regelrecht vorgekautem Programm. Das wollte ich nicht! Denn das Jahr sollte MEIN Jahr werden und nicht das, was schon Tausende erlebt hatten. Also hielt ich Abstand von diesen Ständen und informierte mich erstmal in der Information über die Standnummern der gemeinnützigen Vereine, denn auf die wollte ich heute einen Fokus legen. Tatsächlich waren das die Stände, die mich am meisten angesprochen haben: Meist stand eine jüngere Person da, die mir viel von ihrem eigenen Austauschjahr erzählen konnte, gleichzeitig sich aber auch gut mit der Organisation auskannte. Mir wurde auch nochmal erklärt, wie genau die Auswahl stattfindet und was alles in den Preisen inbegriffen ist. Genau diese Informationen, die wir bei den Gemeinnützigen ohne großes Nachfragen bekommen hatten, musste meine Freundin, mit der ich da war, bei den Kommerziellen aus der Nase ziehen. Die signifikantesten Unterschiede waren für mich: oft ist der Flug bei kommerziellen Organisationen nicht inbegriffen, genauso auch die Versicherung. Eine Vorbereitung in Deutschland gibt es nicht und ein „Ankunftscamp“ ist nur für einen Aufpreis buchbar und ist letzten Endes nur eine 3-tägige Städtereise in eine Großstadt. Trotz dieser Unterschiede verlangen diese Organisationen viel mehr Geld für ein Austauschjahr. Für mich ergibt das keinen Sinn.

Zuhause angekommen, schaute ich mir nochmal meine Unterlagen an und war mit meiner Auswahl an Organisationen zufrieden, doch besonders YFU und AFS hatten es mir angetan. Es fühlte sich gut an, bei großen, ehrenamtlichen Vereinen zu sein, richtig ausgewählt und vor allem auch richtig vorbereitet zu werden. Doch aus Angst keinen Platz bekommen zu würden, lies ich die Bewerbung bei allen 4 Organisationen laufen.

Die erste Rückmeldung bekam ich von DFSR: Ein „Interview“ mit einer ehemaligen Austauschschülerin in einem Café, meine Eltern sollten auch mitkommen. Das ganze lief dann auch ziemlich entspannt ab. Es wurden zuerst ein paar Fragen zu mir, meinen Hobbys, der Schule und meinem Umfeld gestellt. Dann wurden meine Eltern auch noch gefragt, wie sie mich wahrnehmen und ob ich im Haushalt helfe. Es wurden noch ein paar Fragen zu meiner körperlichen und seelischen Gesundheit gefragt und dann mussten meine Eltern auch schon gehen. Dann folgte nur für mich eben noch ein Einzelgespräch auf Deutsch über meine Motivation ins Ausland zu gehen und dann noch ein 5-minütiges Gespräch auf Englisch über verschiedene Themen. Am Ende hatte mir die Dame ganz gute Chancen zugesprochen, die einzige Problem könnten einmal sein, dass ich Vegetarierin bin und es immer schwierig ist für diese eine Gastfamilie zu finden und dann meine Noten; ein 3er-Schnitt ist Pflicht. Ich hatte zu dem Zeitpunkt einen Schnitt von 2,5, gleichzeitig allerdings eine 4 in Geschichte, Sport, Englisch und Französisch. Im Jahreszeugnis zuvor hatte ich noch in all diesen Fächern eine 3 und meine Lehrer hatten auch in einem Gutachten bestätigt, dass die 4 lediglich als Ansporn gelten sollte, dass ich jetzt im nächsten Jahreszeugnis auch sicher wieder auf eine 3 kommen würde.
Ein paar Wochen nach dem Gespräch erhielt ich Rückmeldung: Ein Anruf, in dem nochmal mit mir über meine Noten gesprochen und mir versichert wurde, dass sie kein Problem darstellen.
Eine Woche später war dann folgendes in meinem Briefkasten: Ein Vertrag auf Vorbehalt, mit folgenden Begründungen: Ich bin Vegetarierin und sie wissen nicht ob sie eine Gastfamilie finden können (das war mir ja bewusst) UND sie wollen meine nächsten Zeugnisse abwarten. Ich habe mich in diesem Moment zwar über einen Vertrag gefreut, gleichzeitig war ich aber auch enttäuscht und vor allem sauer, denn man hatte mir zuvor ja noch gesagt, dass meine Noten kein Problem darstellen würden! Warum war es also jetzt doch plötzlich eins?! Ich wollte diesen Vertrag nicht unterschreiben und entschied mich erst mal abzuwarten, bis ich von den anderen Bewerbungen eine Rückmeldung bekommen würde.

Ein paar Tage, nachdem ich meinen Vertrag von DFSR erhalten hatte, bekam ich von YFU Post. Ich würde zu meiner Auswahl nach Wiesbaden eingeladen. Diese bestand aus einem 1-stündigen Gruppengespräch, indem wir einfach nur verschiedene Austauschsituationen diskutieren sollten. Danach hatten alle noch ein 15-minütiges Einzelgespräch, in dem nochmal Fragen zur Bewerbung geklärt werden konnten. Ich hatte nach der Auswahl schon ein viel besseres Gefühl für die Organisation als bei DFSR, denn mich hatten einfach mal wieder die Ehrenamtlichen und auch die geforderte Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in dem Gespräch hatten mir zugesagt. Denn mir wurden nicht alle Antworten aus der Nase gezogen, sondern wir mussten unter uns Jugendlichen selbst ins Gesprächsstruktur aufbauen.

Die nächsten zwei Wochen waren für mich der Horror.
Zum Einen hatte ich noch immer keine Rückmeldung von AFS und Experiment, zum zweiten auch noch keine Antwort von YFU.
Zwei Wochen nach meiner Auswahl dann meine Erlösung: Es waren Herbstferien, meine Eltern waren mit meiner Schwester in Urlaub und somit hatte ich eine Woche lang sturmfrei gehabt. An dem Tag hatten meine besten Freunde bei mir übernachtet und ich bin morgens zum Bäcker um Brötchen zu holen. Auf dem Rückweg bin ich, wie immer, an den Briefkasten und holte ein DIN A4 großes, braunes, sehr dickes Kuvert raus. Oben in der Ecke: Youth For Understanding e.V. Ich eilte rein, legte die Brötchen ab und schaute mir den Umschlag nochmal an. Nun gab es zwei Möglichkeiten: Entweder ist das eine Zusage und darin sind alle Vertragsunterlagen, oder es ist eine Absage und sie haben mir nochmal einen Katalog mitgeschickt, damit ich mich wann anders nochmal für ein anderes Programm bewerben kann. Ich riss das Kuvert auf und ja, es war eine Zusage! Ich freute mich riesig und schrie die halbe Umgebung zusammen, meine Freunde waren super erschreckt, doch ich war einfach überglücklich! YFU, mein Favorit seit der JuBi, bietet mir einen Platz an. Keinen auf Vorbehalt, keinen mit doppeltem Boden, sondern einen richtigen Platz! Mir war klar, dass ich diesen Annehmen würde und alle anderen eben ablehnen. Ich rief meine Eltern an, auch diese freuten sich sehr, schließlich bedeutete das für sie, ein Jahr „frei“ von mir zu haben.

Am Montag nach dem Wochenende rief ich also DFSR an, um ihnen mitzuteilen, dass ich den Vertrag nicht annehmen würde, da ich bei einer anderen Organisation einen festen Vertrag bekommen hatte. Sie schienen etwas überrascht, doch freuten sich dann auch für mich und wünschten mir ein schönen Austauschjahr. Direkt danach rief ich noch bei AFS und Experiment an, dass sie mich bitte aus ihrer Bewerbung-Kartei nehmen sollen, da ich schon einen Vertrag bei YFU erhalten hatte. Sie freuten sich ebenfalls sehr für mich, versicherten mir auch, dass diese Organisationen ja ebenfalls eine gute Wahl sei und wünschten mir ein gutes Auslandsjahr.

Alles in allem war einfach super! Ich war wirklich happy und ganz bald würde es dann wirklich losgehen!
Mein Austauschjahr nach Schweden mit Youth For Understanding e.V. stand fest!

Wenn ihr auch Lust auf ein Austauschjahr habt, aber noch keine Organisation, dann kann ich euch hier nochmal eine kleine Orientierung geben:
1. Gemeinnützige oder Kommerzielle Organisation
2. Was ist im Preis mit inbegriffen
3. Kann ich mich für ein/mein Land bewerben, oder wird mir eins zugeordnet.
4. Werde ich vorbereitet und begleitet?

Diese Fragen solltet ihr für euch zuerst beantwortet haben, dann ist es auch gleich viel leichter im Jungle der JuBi oder des Internets etwas passendes zu finden.

Das war es von mir,
Hej då,
Carro

Austauschjahr in Schweden

Austauschjahr in Schweden

Ja, dieser Blog existiert nur durch mein Austauschjahr hier in Schweden.
Oben im Menü findet ihr die Kategorie „Austauchjahr Schweden“, dort findet ihr alle meine einzelnen Blogbeiträge über meine Zeit hier in Schweden.

Hier ein paar Beiträge, die so die Meilensteine meines Austauschjahres beschreiben und auch all die YFU-Seminare waren:

JuBi = Jugendbildungsmesse und meine Bewerbung

YFU = Youth For Understanding = Meine Organisation

VBT = Vorbereitungswochenende

LVW = Landesgruppen-Vorbereitungswochenende

OAO = On Arrival Orientation

PAO = Post Arrival Orientation

MYO = Mid Year Orientation

REO = Re-Entry Orientation

YES = Young Europeans Seminar

NBT = Nachbereitungstagung

Wenn dich das alles noch immer nicht überzeugt hat, gibt es auch noch den Beitrag für Unentschlossene!

Bei Fragen zu meinem Austauschjahr könnt ihr mir auch gerne eine Mail schicken an:
carolin.goebel@icloud.com

Mein Austauschjahr war die bisher beste Entscheidung meines Lebens!
„Don’t be scared to step out of your comfort zone, because this is where the magic happens!“

Hier möchte ich euch auch noch erzählen, wieso ich eigentlich ein Austauschjahr mache, wie das alles funktioniert und wieso ausgerechnet in Schweden! 🙂

Ein Jahr ins Ausland, für viele Jugendliche ein Traum, doch für noch mehr ein Albtraum.
Mit gerade einmal 16 Jahren, ein Jahr lang von Familie, Freunden und dem gewohnten Umfeld getrennt zu sein, hört sich nicht nach dem größten Ziel an, welches man sich in diesem Alter stecken möchte.
Es kostet alle Überwindung diesen Schritt zu gehen, denn alle Beziehungen zu Familien, Freunde und dem Umfeld gehen erstmal ein Stück weit verloren und müssen im Ausland neu aufgebaut werden.
Ein Jahr nicht zu Hause zu leben bedeutet auch ein Jahr ziemlich auf sich alleine gestellt zu sein. Plötzlich muss man vielleicht die Wäsche alleine waschen, muss auch mal essen Kochen und dann auch noch den ganzen Alltag auf einer anderen Sprache regeln.
Klingt alles sehr viel? Das ist es auch!

Wieso also nimmt man all diesen Aufwand auf sich?

Für mich war es keine sehr schwere Entscheidung. Ich hatte noch nie Heimweh zuvor, obwohl ich schon im Alter von 10 Jahren eine Woche mit meinem Schwimmverein in Frankreich war, danach auch auf einwöchiger Skifreizeit mit der Schule und und und.
Für mich war es selbstverständlich dass ich selbstständig bin, es gehört einfach zu einen meiner, vielleicht größten, Charaktereigenschaften.
Als ich dann von der Möglichkeit eines AuslandJAHRES hörte, war ich Feuer und Flamme.
EIN JAHR, das klang nach einer Herausforderung, nach neuen Menschen, Erfahrungen und besonders nach Spaß!
Irgendwie habe ich nie so richtig nachgedacht, was ein Jahr im Ausland für die Heimat bedeutet. Den Abschied von so vielen Menschen, die Veränderung von meinem Umfeld zu Hause und der ganze Aufwand, das alles habe ich als Nebensache gesehen.
Wirklich bewusst wurde mir dies erst nach ein paar Wochen im Ausland, als ich schon länger nichtmehr eine Umarmung von seinem besten Freund, Oma oder Papa bekommen hatte. Dann fehlte es mir plötzlich, zum ersten Mal in meinem Leben.

Hört sich noch immer nicht nach etwas an, was du unbedingt erleben möchtest?

Ja, alles was ich hier bisher beschrieben habe hört sich ziemlich Angst einflößend ein, doch eigentlich ist es wunderschön!
Warum vermisst man etwas? Weil man es mag, es wertschätzt.
Mir fallen plötzlich so viele Kleinigkeiten an Menschen auf, ich nehme mein Umfeld komplett anders war.
Und nicht nur diesen anderen Blickwinkel habe ich durch meine Zeit hier in Schweden bekommen, nein ich habe auch eine neue Sprache gelernt, ein neues Zuhause gefunden, neue Freundschaften geschlossen und gelernt auf mich alleine gestellt zu sein.
Alles ziemlich große Ausdrücke;

Eine neue Sprache gelernt.
Es ist nicht so wie in der Schule, dass ich Vokabeln lerne, Grammatikübungen mache und mir jemand alles erklärt, nein. Ich habe die Sprache im Alltag gelernt, habe es durch den Kontext erschlossen, musste die Sprache beherrschen lernen um im Alltag ein Teil werden zu können. Es ist ein großer Druck der auf einem lastet, aber eine ganz andere Art von Druck als in der Schule. Es ist ein Druck den ich mir selbst aufgebaut habe, den ich aber auch selbst herunterschrauben konnte. Ja, ich mach grammatikalische Fehler, sogar ziemlich viele. Am Anfang hat es mich total geärgert, heute lache ich drüber oder denke auch teils gar nicht mehr daran. Wieso? Ich lebe seit 7 Monaten hier, heißt ich lerne die Sprache seit 7 Monaten. Wer erwartet, dass ich die Sprache perfekt beherrsche nach 7 Monaten? Keiner! Jeder der in einer so kurzen Zeit eine Sprache sich so beibringen kann, dass der Alltag kein Problem mehr darstellt, dass er Bücher lesen kann und auch längere Gespräche ohne Probleme führen kann, der kann verdammt stolz sein! Nach 7 Monaten Sprachunterricht in der Schule, ja da konnte ich so ungefähr mich vorstellen, an Gespräche, Bücher oder einen Alltag auf dieser Sprache zu führen, daran konnte ich da nicht denken!

Ein neues Zuhause finden.
Ja, was bedeutet eigentlich Zuhause?
Für mich bedeutet es ein Ort an dem ich entspannen kann, mich wohlfühlen kann, einen Rückzugsort habe. Doch auch Menschen um mich herum zu haben mit denen ich reden, lachen und auch streiten kann.
Das alles baut auf Vertrauen auf. In jemanden zu vertrauen und Vertrauen zu gewinnen, das braucht Zeit. Einmal Zeit die man anwenden muss, die man sich füreinander nehmen muss, doch auch eine Zeitspanne, in der man beobachten und prüfen kann.
In eine neue Familie reinzukommen, sich zu integrieren und ein Teil von ihr zu werden braucht Zeit und Geduld. Es ist nicht immer einfach, aber all das ist es Wert.
Denn es fühlt sich einfach wundervoll an angekommen zu sein!

Neue Freundschaften schließen.
Fast jeder kennt die Situation; man kommt neu in eine Gruppe rein und muss sich jetzt etablieren. Es ist nicht immer einfach sich in eine neue Klasse hineinzufinden, neue Menschen anzusprechen und auch mehr als nur Smalltalk oder einen kurzen Austausch über den Unterrichtsstoff des Tages zu führen. Und dann auch noch alles auf einer neuen, am Anfang sehr fremden Sprache. Hört sich nicht nach einer Erfahrung an die man machen möchte? Naja, es hört sich schlimmer an als es ist meiner Meinung nach. Es hat mich Überwindung gekostet jemanden anzusprechen, doch das Resultat motiviert jedes mal aufs neue nochmal jemanden anzusprechen. Plötzlich ist das Kaffee trinken gehen nach der Schule mit einer Freundin etwas ganz besonderes und kein Alltag mehr. Auch hier lernt man wieder zu schätzen.
Es ist einfach unbeschreiblich schön eine überraschende Umarmung mitten ma Tag zu bekommen, einfach so, von einem Klassenkamerad, einfach weil er dich gerade umarmen wollte. Ja, es fühlt sich schon an neue Freunde gefunden zu haben!

Ich habe gelernt auf mich selbst gestellt zu sein.
Jeder der mich kennt wird jetzt verwirrt auf den Bildschirm schauen, denn auch schon vor meinem Jahr war ich ein sehr selbstständiger Mensch.
Doch im Austauschjahr konnte sogar ich noch einiges Neues dazu lernen!
Wäsche waschen zum Beispiel. Ich wusste wie es funktioniert und habe es gegebenenfalls (eigentlich nur im Notfall, wenn ich unbedingt etwas gewaschen haben wollte) auch mal zu Hause gemacht. Hier bin ich für meine Wäsche selbst verantwortlich, kein anderer wäscht hier meine Wäsche. Es ist einfach etwas anderes hier selbstständig zu sein, denn ich weiß, dass ich alleine dafür gerade stehen muss. Wenn ich zu Hause einen Fehler gemacht habe, mich ein wenig verzettelt habe konnte ich zu meinen Eltern gehen und mir wurde aus der Patsche geholfen, während ich hier alleine heraus finden muss.
Es ist einfach einen Teil den ich so eine gelernt hätte und wenn dann erst sehr spät, nämlich dann wenn ich ausgezogen werde.
Es sind Erfahrungen und Wissen das nicht Ersetzbar ist!

Solangsam hört es sich schon besser an, oder?
Dann kommt jetzt der nächste, positive Fakt: Die Länderwahl!

Bei meiner Organisation YFU (Youth For Understanding) gibt es über 40 Länder zu wählen in die man reisen kann. Für mich war es wichtig, dass ich in Europa bleibe, da ich nach meinem Jahr hier weiterhin die bezahlbare Möglichkeit haben möchte, mein zweites Zuhause besuchen zu können. Außerdem sind die Programmpreise niedriger und die Stipendienmöglichkeiten höher.
Schweden ist es für mich geworden, da meine Familie ein Ferienhaus in Südschweden hat und ich schon mehrmals, zuletzt im Sommer 2014 dort war. In diesem Sommer habe ich mich auch für ein Austauschjahr entschieden, wusste allerdings noch nicht in welches Land es gehen sollte. Als ich dann Schweden entdeckt hatte musste ich sofort and die schöne Zeit dort zurück denken und so war es für mich klar: Ich möchte nach Schweden! Schweden, das Land der Zimtschnecken, blonden Kinder, Astrid Lindgren und IKEA. Ich kannte bisher nur einen Teil von Südschweden, genauer gesagt Småland. Doch jetzt wohnte ich ganz oben, in Norrbotten, in der Stadt Boden.
Habt ihr schon einmal Nordlichter gesehen? Ich kann mich jetzt zu den Glücklichen zählen, die dieses Naturspektakel schon erlebt haben. Den Polarkreis überquert, ja das habe ich auch schon mehrere Male in den Monaten gemacht in denen ich hier war.
Das alles habe ich mir vorher ich zu träumen gewagt und heute ist es Wahrheit.
Einfach unbeschreiblich schön!

Das alles hört sich richtig toll an, oder?
Dann kommt jetzt noch eines der wichtigsten Teile, wenn auch du ein Austauschjahr machen möchtest: Die Organisation!

Ich bin hier, wie oben schon erwähnt, mit YFU (Youth For Understanding) hier.
YFU ist eine gemeinnützige Organisation, heißt dass die meisten Mitarbeiter ehrenamtlich dabei sind und auch die Gastfamilien und Betreuer kein Geld dafür bekommen. Für mich war dies sehr wichtig, da ich denke wenn man soviel Zeit und Aufwand in ein Ehrenamt steckt, dann nur wenn man mit vollem Herzblut dabei ist. Genau dieses Herzblut möchte ich bei Gastfamilien, Betreuern und Teamer erkennen können und das habe ich auch!
Außerdem gibt es bei YFU eine einwöchige Vorbereitung, während dem Jahr wird man von YFU im Heimat- sowie im Gastland gut betreut und es gibt auch nach dem Jahr noch eine Nachbereitung, sowie die Möglichkeit sich ehrenamtlich zu engagieren.
Für mich war es wichtig auch nach dem Jahr noch eine Möglichkeit zu haben mit dem Kulturaustausch, für den YFU steht, in Verbindung zu sein und dies ist durch ein Ehrenamt möglich.

Naja, mehr kann ich euch dann eigentlich auch nicht mehr über ein Austauschjahr erzählen. Wenn ihr mehr Informationen haben wollt, könnt ihr gerne auf der Website von YFU vorbei schauen, oder eben meinen wöchentlichen Blog lesen, indem ich von meinem Austauschjahr berichte (den findet ihr oben in der Menüleiste 🙂

Wir sehen uns!

Hej då
Caro ❤