Mein Weg zum Studienfachwechsel

Hej 🙂

Ja, wie der Titel schon verrät, habe ich mein Studienfach gewechselt, und zwar von Evangelischer Theologie zu Bildungswissenschaft & Psychologie.
Am Ende bleibt mein Berufsziel jedoch das gleiche.
Wie das zusammenpasst und die Antworten auf eure Fragen gibt es hier!

Im April 2019, zum Sommersemester, habe ich in Heidelberg angefangen Evangelische Theologie zu studieren.
Nur 2 Wochen nach meiner Abiturvergabe, mit frischen 20 Jahren, nahm ich also das Abenteuer Universität in Angriff. Zusammen mit nur einer Handvoll Kommilition*innen hatten wir ein Ziel vor Augen: Pfarrer*in werden. Irgendwann. Nach mindestens 6 Jahren Studium, verschiedenen Praktika, Vikariat, …
Für mich stand schon da fest, dass ich nach dem Studium nicht sofort ins Pfarramt möchte, sondern erstmal etwas im sozialen Bereich oder der Bildung anstrebe und mich erst später, mit mehr Lebenserfahrung und Weitblick, im Pfarramt sehen kann.

Die ersten Wochen waren aufregend, es fand die Fakultätsparty statt, bei der ich auch direkt an der Bar mitgeholfen habe. Die ersten Vorlesungen und Seminare fingen an und die ersten Bekanntschaften wurden zu Freundschaften.
Doch genauso schnell wie ich mich mit den Menschen anfreundete und wohl fühlte, genauso schnell merkte ich auch, dass ich mir das Studium irgendwie anders vorgestellt habe.
Sprachprüfungen, Biblica, bei dem ich Überschriften und Verläufe der Bibel auswendig kennen muss, aber keinen wirklichen und schon gar nicht kritischen Blick in die Bibel werfe und am Ende 2 Seminararbeiten in 6 Semestern. Für mich ergibt der Aufbau des Grundstudiums bis heute keinen Sinn, denn der Spagat von sehr vielen Grundlagen wie die Sprachen Latein, Altgriechisch und Althebräisch (über dessen Nutzen man auch streiten kann), das Biblicum im neuen und alten Testament zu den sehr fachspezifischen Vorlesungen und Seminaren erschien mir unnötig kompliziert.
Durch mein Ehrenamt bei YFU und mein generelles Interesse stehe ich einfach auf pädagogisch-sinnvoll aufgebaute Verläufe, welcher mir hier nicht geboten wurde.

Was also nun?

Schon in der Schulzeit hatte ich eine Zeit, in der ich hinterfragt habe, ob ich überhaupt mein Abitur machen möchte oder nicht. Die Lösung damals: Ich bleibe aus der Schule fern, mache für 1-2 Wochen etwas anderes, in diesem Fall ein Seminar für mein Ehrenamt, und wenn ich zurück komme und die Motivation alles aufzuarbeiten, dann bleibe ich dabei. Bei der Schule hat das geklappt, sehr gut sogar. Denn ich habe gelernt, wie gut ich alleine lernen kann, wie gerne ich mir Sachen selbst mit Hilfe von Literatur beibringe und wie gerne ich eben studieren möchte.
Also, habe ich genau das nach nur 6 Wochen Studium gemacht: Ich bin für 2 Wochen auf Seminar gefahren und habe dort etwas pädagogisch sinnvolles gemacht und gleichzeitig intensiv über meine Zukunft nachgedacht und als ich zurückkam war das Ergebnis gefällt: Ich möchte Theologie nicht weiter machen!
Ich hatte absolut keine Lust irgendwas aufzuarbeiten, weil ich den Sinn dahinter nur entfernt erkannte. Ich wollte nicht mindestens 6 Jahre in einem Studium verbringen, welches ich von Grund auf in Frage stelle.

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Die Frage habe ich mir gestellt.
Ich möchte weiterhin in Heidelberg studieren, denn mir gefällt die Stadt, mit gefallen die Menschen, mir gefällt die Universität und auch das Studieren an sich gefällt mir.
Doch was möchte ich studieren?
Nach ungefähr 20 Orientierungstest und einer Studienberatung war mir klar: Pädagogisch sinnvoll aufgebaute Studiengänge finde ich nur in der Pädagogik.
Also ging die Suche dort weiter: Lehrerin möchte ich nicht werden, Erziehungswissenschaften interessieren mich auch recht wenig, da ich viel lieber mit Jugendlichen und Erwachsenen arbeite. Und dann viel mir ein Studiengang ins Auge, den es, wie der Zufall so will, nur in Heidelberg so gibt: Bildungswissenschaft.
Dabei handelt es sich um erziehungsferne Pädagogik. Genau das was ich also anstrebe.
Da es sich um ein 75% Hauptfach handelt, musste noch ein 25% Nebenfach hinzugewählt werden, welches bei mir nun Psychologie geworden ist. Denn hätte ich den nötigen Abiturschnitt gehabt, wäre für mich auch reine Psychologie sehr interessant gewesen, doch so in Kombination fühle ich mich nun sehr wohl.

Als für mich die Entscheidung gefallen war, war auch alles gar nicht mehr so kompliziert. Ich rief meiner Mutter an, traf mich mit meinen Kommilition*innen und Freunden und berichtete allen von meinem Entschluss.
Niemand war wirklich schockiert, sondern eher überrascht wie schnell ich die Entscheidung doch getroffen hatte und vor allem wie schnell ich etwas Neues gefunden hatte. Das Wichtigste für meine Mutter und auch mich war, dass es einen neuen Plan gibt. Aufhören und dann erstmal im Leeren hängen kam einfach nicht in Frage.

Das einzig schwere an der Entscheidung war, es dem Pfarrer in meiner Gemeinde zu erklären und das nicht, weil ich ihn nicht enttäuschen wollte. Nein, sondern weil ich als Theologiestudentin bei ihm hätte arbeiten können, was nun nicht mehr geht. Ich hatte mich sehr auf den Job, die Verantwortung und die Aufgaben gefreut, nachdem ich jahrelang ehrenamtlich aktiv in der Gemeinde war. Doch am Ende war auch das kein Weltuntergang, sondern absehbar erfreulich.

Wohin geht der Weg nun?

Für mich beginnt das Studium nun in gut einem Monat und ich freue mich riesig wieder zur Uni zu gehen, neue und alte Gesichter zu sehen und Neues zu lernen.
Meinen Bachelor werde ich also in den nächsten 3 Jahren in Heidelberg machen, was danach ist weiß ich nicht genau. Vielleicht mache ich einen Master, vielleicht geht es auch direkt in den Job. Mal sehen.
Doch auf sehr lange Sicht möchte ich noch den Master in evangelischer Theologie machen und dann irgendwann im Pfarramt enden, Theologie auf dem zweiten Bildungsweg also ungefähr.
Vielleicht war die Entscheidung deshalb auch so schnell getroffen, denn meine Berufsziele bleiben die gleichen, der Weg dorthin ist eben nur ein anderer.

Ich hoffe ich konnte alle Fragen beantworten.
Falls nicht, fragt gerne in den Kommentaren oder über Instagram nach 😉

Ich wünsche euch einen schönen Spätsommer-Mittwoch!
Carro ❤

 

 

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