Mein Sommersemester 2020

Hej alle zusammen,

da ich schon auf Instagram einiges zu meinem aktuellen Studiensemester berichtet habe, möchte ich auch das ganze auch auf meinem Blog nicht vorenthalten und auch etwas genauer und ausführlicher werden, als es in einer Story bei Instagram möglich ist.

Ich studiere aktuell im 2. Semester Bildungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Das ganze ist ein Zwei-Fach-Bachelor, wobei meine Gewichtung 75% Bildungswissenschaft und 25% Nebenfach ist. Als Nebenfach belege ich aktuell noch Psychologie, wobei ich dieses zum nächsten Semester wechseln werde zu evangelischer Theologie.

Natürlich gehen auch die Einschränkungen durch die Pandemie nicht an der Universität spurlos vorbei, weshalb es einige Veränderungen dieses Semester gibt. Ich möchte hier nochmal deutlich sagen, dass ich nichts gegen die Einschränkungen generell habe, sondern sie befürworte! Es ist unglaublich wichtig, dass wir unseren persönlichen Kontakt auf das nötigste Beschränken und da ist es nur logisch, dass die Präsenzlehre momentan ausgesetzt wird.
Für mich bedeutet das spezifisch, dass alle Vorlesungen, Seminare und sonstige Veranstaltungen dieses Semester nur online stattfinden werden.

Ich weiß, dass einige hier (noch) nicht studieren oder auch nie studiert haben, deshalb möchte ich hier erst kurz auf die verschiedenen Veranstaltungsformen eingehen, damit es im restlichen Artikel verständlicher ist.
Bei mir (in den Geisteswissenschaften) ist es so, dass eine Vorlesungen im wöchentlichen Rhythmus stattfinden. Der Themenbereich der Vorlesungsreihe ist meist sehr weitfassend, detaillierte Inhalte werden eher selten durchgenommen, da es hier um einen Überblick geht. Dabei sitzen alle Studierenden im Hörsaal, bei uns sind das ungefähr 100 Personen, und hören der dozierenden Person zu. Diese hat oftmals eine Präsentation an und referiert dazu, während wir uns Notizen dazu machen. Oft gibt es Literatur, die wir vor der Vorlesung durcharbeiten sollen und dann Aufgaben zur Nachbereitung der Vorlesung. Generell sind Vorlesung aber keine interaktive Veranstaltungen, sondern zur Eigenarbeit da. Manchmal gibt es Tutorien, also Kleingruppen in denen Studierende des höheren Semesters einen helfen die Vorlesungen vor- und nachzubereiten oder wir schließen uns eigenständig zu Lerngruppen zusammen.
Seminare hingegen sind die interaktive Lernveranstaltungen der Universität und umfassen ein weitaus kleineres Gebiet, bearbeiten es dafür aber weitaus intensiver und fördern eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Seminare finden bei uns auch in einem wöchentlichen Rhythmus statt und meist in Gruppen von 25-30 Studierenden. Es gibt immer Literatur und meist auch Aufgaben zur Vorbereitung, in der Seminarsitzung selbst werden die Ergebnisse dann präsentiert und darüber diskutiert. Aufgaben zur Nachbereitung einzelner Sitzungen gibt es meist nicht, jedoch schreiben wir oft Hausarbeiten am Ende eines Seminars, in welche dann die Erkenntnisse der Sitzungen einfließen sollen.
Neben Vorlesungen und Seminaren gibt es dann noch andere Lehrformate, die jedoch eher selten vorkommen.

Ich habe für dieses Semester vor 2 Vorlesungen zu besuchen und eine von letztem Semester nochmal zu wiederholen, da alle 3 Vorlesungen zusammen in einer Klausur abgefragt werden, welche ich Ende des Semesters schreiben möchte.
Zu den Vorlesungen habe ich dann 4 Seminare belegt und eine mündliche Prüfung angemeldet.
Von der Auslastung wären ich dann bei 36 Leistungspunkten gewesen, 30 Leistungspunkte werden uns pro Semester empfohlen. Dass ich über der Empfehlung liege hat mehrere Gründe. Einerseits habe ich letztes Semester ein bisschen weniger gemacht als empfohlen, da ich viele Termine hatte und auch im Winter einfach schlechter lerne als im Sommer, was ich jetzt aufholen möchte. Zum anderen belege ich nichts in meinem Nebenfach, da ich es ja wechseln werde, weshalb ich die hier empfohlene Auslastung nicht erreiche und mit ins Hauptfach nehmen möchte.
Soweit die Planung vor den Änderungen durch die Einschränkung.

Durch die Umstellung auf die Onlinelehre wurden bei mir einige Seminare gestrichen, genauer gesagt 3, wovon alle nächstes Semester stattfinden soll und eins ist bis auf weiteres verschoben, wobei es nicht so aussieht, als würde es dieses Semester noch stattfinden dürfen, da es sich um ein praktisches Gruppenprojekt handelt, dass mit den Kontaktbeschränkungen wirklich nicht umsetzbar ist.
Die anderen 3 Seminare hätten jedoch aus meiner Sicht sehr wohl online stattfinden können. Natürlich hätte es eine Umplanung erfordert, nur das erfordert diese Situation nun mal in allen Bereichen unseres Lebens. Die größte Ironie zeigt sich eigentlich in einem Seminar zum Thema „E-Learning“, welches nicht stattfinden kann, da es nur als Präsenzveranstaltung umsetzbar sei. Wie soll ich etwas über onlinebasiertes Lernen lernen, wenn selbst die dozierende Person es anscheinend nicht umsetzen kann…

Meine Vorlesungen werden alle online umgesetzt, jedoch als reine Lese- und Schreibangebote. Es werden keine Videos oder Audios bereitgestellt, in denen die Lehrperson nochmal in eigenen Worten das Thema erklärt, was ansonsten der Hauptbeweggrund ist eine Vorlesung zu besuchen.

Für mich fühlt sich das aktuell alles andere als Lösungs- und Studierendenorientiert an. Ich werde durch dieses Semester deutlich in meiner Laufbahn des Studiums eingeschränkt und die Verantwortung dafür sehe ich keinesfalls bei der Regierung, die die Beschränkungen beschlossen hat, sondern bei der Universität und speziell meinem Institut, welches kaum Lehrangebote so umgestaltet, dass sie stattfinden.
Mich frustriert das sehr, da ich an einer pädagogischen Fakultät studiere und fast alle Dozierenden selbst Pädagog*innen sind. Besonders diese sollten eine Umstrukturierung durchführen können und uns so Lehrangebote schaffen können. Stattdessen wird es für mich dieses Semester auf 2 Vorlesungen und vielleicht 1 Seminar hinauslaufen, was eine Auslastung von 6 – 12 Leistungspunkten bedeutet.

Ob meine beiden Prüfungen stattfinden können ist auch noch unsicher, wofür ich Verständnis habe, da es hier vielmehr rechtliche Fragen zu klären gibt als bei Lehrveranstaltungen. Zugleich steht hier aber auch noch nicht fest, ob sie überhaupt stattfinden werden, was mir Sorgen bereitet, da eine der Klausuren bestimmt, ob ich weiterstudieren darf. Diese muss bis Ende des dritten Semesters bestanden sein, ansonsten werde ich exmatrikuliert, darf also nicht weiter dieses Fach studieren. Falls die Prüfung dieses Semester nicht stattfindet, habe ich genau einen Versuch um zu bestehen, wobei es unter normalen Bedingungen zwei Versuche gibt. Ich hoffe sehr, dass die Prüfung in irgendeiner Form stattfinden kann und wenn nicht, die Prüfungsordnung in dieser Hinsicht geändert wird, so dass mein Jahrgang auch zwei Versuche ermöglicht bekommt.

Wie ihr sehen könnt, läuft es bei mir alles andere alles andere als gut organisiert oder geordnet ab. Ich verstehe natürlich, dass das alles sehr schnell umgesetzt werden musste und es nicht alles so einfach ist. Jedoch kenne ich kaum Studierende, bei denen auch so viel ausfällt wie bei uns und das obwohl wir eine pädagogische Fakultät sind…

Ein weiter Punkt, der mich sehr unzufrieden stimmt ist, dass die Kommunikation wirklich an allen Enden hängt. Die Fachschaft lässt nichts von sich hören, so dass wir nicht das Gefühl haben, dass sie uns nur ansatzweise in dieser Lage hören und vertreten, die Dozierenden melden sich nur sporadisch und dann eben mit unzureichend begründeten Absagen und die Institutsleitung verweist nur auf eine lückenhafte Seite unserer Website, die alle Fragen beantworten soll.
Die Universitätsleitung meldet sich regelmäßig, kann aber natürlich nicht die Lage der einzelnen Fakultäten einbeziehen, geschweige denn kennen, so dass diese Einschätzungen auch sehr wage und schwammig sind.

Alles in allem hinterlässt die gesamte Situation kaum gute Aussichten aus das Semester, welches heute offiziell begonnen hat. Ich bin gespannt, wie die verbliebenen Veranstaltungen laufen werden und ob meine Prüfungen stattfinden können.

Um euch auch noch etwas Positives mitteilen zu können, möchte ich euch noch einen kleinen Ausblick geben, was ich denn mit meiner verbleibenden Zeit anstellen möchte, wenn sie schon nicht durch das Studium gefüllt wird:
Ich möchte hier auf dem Blog einen zweiten Fokus legen, neben meinen Poetry Slam Texten soll es jetzt verstärkt um das Thema Studium und Alltag gehen. Genauer möchte ich euch zeigen, wie ich z.B. Lernkarten gestalte, Mitschriften gestalte, meinen Tag am Schreibtisch zuhause gestalte… Falls ihr spezielle Themenvorschläge habt gerne her damit! Ich binde euch gerne mit ein und hätte auch große Lust auf Interviews oder Gastbeiträge zu verschiedensten Themen. Kleine Einblicke und Updates kommen auch immer mal wieder auf Instagram, schaut da also gerne vorbei.

Bis dahin bleibt mir nun nur noch übrig euch einen guten Semesterstart zu wünschen, falls ihr auch studiert. Ansonsten bleibt gesund, bleibt munter und bleibt zuhause!

Eure Carro

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